Mattscheibe

Eine Mattscheibe lässt sich ohne allzu großen Aufwand selbst herstellen. Einzig die Beschaffung vom Schleifmittel kann etwas schwierig werden und ich habe nirgends Mindestliefermengen unter einem Kilogramm entdeckt. Der Preis ist allerdings viel günstiger als würde man sich eine fertige Mattscheibe kaufen – zudem hat man genügend Mattscheibenschleifmittel um eine ganze Stadt zu versorgen. Für kleinere Mengen könnt ihr Euch gerne bei mir melden.

  • Benötigt werden

    • Ca. 20g Siliziumcarbit mit einer 1200er Körnung

    • Etwas Schleifpapier 200-600er

    • Wasser

    • 2 x Glasscheibe mit einer Stärke von 2 mm oder 3 mm mit den gewünschten Maßen

 

Bei jedem größeren Baumarkt kann man Glasscheiben zuschneiden lassen. Das Glas ist günstig und das Zuschneiden oftmals kostenlos. Ich wollte bei meiner Kamera auf ein maximal mögliches Bildformat von 19x19 cm kommen. Da die Scheibe aber noch eingefasst werden muss, benötigt man an jeder Kante noch zusätzliche 5 mm. Ich ließ mir deshalb eine Scheibe von 20 auf 20 cm zuschneiden. Zunächst kann man mit einem groben Schleifpapier sowohl Kanten als auch Ecken brechen, damit man sich nicht mehr schneiden kann. Jetzt wird es interessant: Damit das Bild, welches durch die Linse in die Kamera eintritt auf der Mattscheibe sichtbar werden kann, muss deren Oberfläche geschliffen bzw. aufgeraut werden. Hierzu eignet sich das pulverförmige Schleifmittel Siliziumkarbid sehr gut. Man geht wie folgt vor:

Eine der beiden Scheiben wird auf ein gut angefeuchtetes Küchentuch gelegt (Zeitungspapier tut es zur Not auch) – die Feuchtigkeit bewirkt,  dass die Scheibe nicht rutscht. Nun verteilt man etwas vom Schleifpulver gleichmäßig auf der Scheibe und gibt zusätzlich Wasser dazu – ebenfalls gleichmäßig verteilt.

Jetzt wird die zweite Scheibe aufgelegt und man beginnt diese vorsichtig im Kreis zu bewegen.

Zwischen den beiden Scheiben entsteht jetzt eine Schleifpaste (Das richtige Mischungsverhältnis bekommt man schnell heraus…). Mit mittel starkem Druck bewegt man nun eine Scheibe auf der Anderen – in kreisenden Bewegungen – und schleift somit die Oberflächen. Hierbei die Stellen wo die Finger den Druck ausüben ab und an wechseln damit die Scheibe gleichmäßig geschliffen wird.

Nach einiger Zeit ist nicht mehr genug Schleifmittel zwischen den beiden Scheiben. Dann löst man die beiden Scheiben vorsichtig, indem sie seitlich voneinander weggeschoben werden und fügt erneut Pulver und Wasser zu. Man wiederholt den Vorgang so lange, bis ein gleichmäßiges Schleifbild entsteht (nach 4-5 Mal Pulver und Wasser auftragen müsste es so weit sein).

Improvisierter Mattscheibenschleifplatz

Praktischerweise entsteht die Ersatzscheibe im Prozeß gleich mit

Kontrollieren kann man das am besten, wenn man die Scheibe unter dem Wasserhahn abspült, trocknet und gegen das Licht hält. Während dem ganzen Schleifprozess darauf achten, dass kein Schleifmittel auf die glatte Seite der Scheibe gelangt – diese soll am Ende so glatt sein wie zuvor und keine Kratzer enthalten. Um die Mattscheibe zu testen, kann man ein Model aus Karton nutzen – siehe Bauanleitung Testkit.