Rotlichtfenster

Die Afghan Box Camera ist zugleich Fotoapparat und Dunkelkammer zugleich. Nachdem das Fotopapier belichtet wurde, wird das Bild noch in der Box entwickelt. Hierzu wird das belichtete Papier zuerst in ein Entwicklerbad gelegt und kommt im Anschluss in das Fixierbad. Erst danach kann man das fertige Bild aus der Box/Dunkelkammer herausholen. Die Zeit, wie lange das belichtete Fotopapier im Entwicklerbad sein muss, kann man nicht genau vorhersagen. Deshalb muss man das Bild beim Entwickeln beobachten um es dann im richtigen Zeitpunkt in das Fixierbad zu legen. Da aber kein Tageslicht auf das noch nicht fixierte Bild treffe darf, kann man die Box hierzu nicht einfach öffnen. Die Lösung ist bei der ABC gewöhnlich ein kleines Fenster aus einem roten, lichtdurchlässigen Material (rote Folie / rotes Plexiglas).

Der Grund für die rote Farbe ist, dass das Fotopapier nur auf das Licht bestimmter Wellenlängenbereiche reagiert und ein dunkles Rotlicht eben nicht mit dem Fotopaper reagiert. Für die unterschiedlichen Fotopapiere gibt es Diagramme in denen zu sehen ist, welche Wellenlängenbereiche dem Papier nichts anhaben können (Für das von mir verwendete Papier gibt es das Diagramm hier). Bei dem von mir verwendeten Harman Direct Positive Papier ist Licht ab einer Wellenlänge von 635nm unbedenklich. Es gilt deshalb, das Licht beim Eintreten in die Box entsprechend rot zu färben – beispielsweise durch Plexiglas oder eine Folie. Den Internetforen nach würde auch Rubylith funktionieren, dies scheint aber nur in den USA vermarktet zu werden.

Da ich so weit als möglich verhindern wollte, dass ungewolltes Licht eintritt, habe ich das Fenster, durch welches das rote Licht einfällt, mit einem Schieber versehen. Die Menge des Lichts kann ich so regulieren und nur so viel Licht hereinlassen wie ich zum Beobachten des Entwicklungsprozesses unbedingt brauche. Ob das wirklich nötig ist, kann ich gerade noch nicht beurteilen. 

Eine Weiter, für Puristen aber eventuell bedenkliche Möglichkeit wäre es, LEDs zu verwenden, die den gewünschten Wellenlängenbereich abstrahlen. Beispielsweise den Edison Edixeon 1W Emitter in der Leuchtfarbe deep red (Nanometer: 650-670). Sobald ich dies ausprobiert habe, werde ich an dieser Stellle von den Erfahrungen berichten.

  • Benötigt werden

    • Eine dunkelrot gefärbte, lichtdurchlässige Plexiglasscheibe (Plexiglas® GS 3C01, rot, transparent getönt, 3mm / online bestelllt bei styxis.de)

    • 6-7mm starke Platte (Multiplexplatte, birke / gekauft bei obi)

    • Werkzeuge: Oberfräse, Bohrmaschine, Bandschleifer bzw. Schleifpapier

Zunächst wird aus dem Deckel ein Loch mit der gewünschten Größe komplett herausgefräst. Wie im Teil „Front mit Wechseloptik“ wird hierzu wieder ein provisorischer Rahmen entlang der Lochbegrenzung gebaut, an dem die Fräse entlang gleiten kann. Danach wird von der Unterseite eine Mulde gefräst, diese jedoch nur 5 mm tief. Diese Mulde dient später als Führung für den Schieber, mit dem man das Loch verschließen kann. Nun wird ein Schieber gesägt, der genau in die gefräste Mulde passt und sich darin bewegen lässt. Nun könnte man prinzipiell direkt das Plexiglas von unten  anschrauben. Da der Schieber dann aber direkt auf dem Plexiglas aufliegen und dieses mit der Zeit verkratzen würde, wird zuerst eine entsprechende Führung aus Holz gebaut. Auf diese wird dann schließlich das Plexiglas geschraubt. Der Schieber wird nun noch mit einem kleinen Halteknauf versehen.

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